>>> about roma + anti-ziganismus

Die Dortmunder Nordstadt steht exemplarisch für Immigration nach Deutschland. Seit der Industrialisierung ist sie ein Melting-Pot für Arbeitsmigrant/innen aus ganz Europa, ist in jedem Schulatlas vertreten und erreichte zuletzt wieder nationale Aufmerksamkeit im Tatort Dortmund.

10. Dezember // Bodo Buchladen // Schwanenwall 36-38 // DO

Aufgeladen mit sozialen Klischees, kulturellen Stereotypen and nationalen Ressentiments soll hier europäische Integration im Namen kapitalistischer Freizügigkeit gelingen. „Es gibt in Bezug auf Rumänen/Bulgaren keinerlei Unrechtsbewusstsein, was rassistische Praxen angeht“, sagt Bastian Pütter von Bodo e.V., der sich seit längerer Zeit für Roma in Dortmund und gegen Antiziganismus engagiert. „Es gibt einfache Sprachregelungen, aber was die Einstellungen angeht, sind wir an einem Punkt, wo offen rassistische Positionen (v.a. „Zigeuner“-Klischees) mit radikalen Forderungen („Deportation“) verbunden werden, auch in Mainstreammedien – ohne, dass es nennenswerte Gegenrede gibt“, so Pütter.

Um Aufklärung und Hintergründe bemüht, spricht Pütter heute auf einer Veranstaltung zu Romakultur in Dortmund; organisiert durch das Bündnis gegen Rechts, 18.00 Wichernhaus Dortmund. Am 10. Dezember veranstaltet er zusammen mit dem Euromayday Ruhr Bündnis eine eigene Veranstaltung zur Arbeitsmigration in Europa: In der Hoffnung auf ein besseres Leben im Bodo Buchladen, Schwanenwall 36.

Laut Pütter sind diese Veranstaltungen erst der Anfang und brauchen wir noch „viele Veranstaltungen und viele andere Medienberichte, denn die Situation ist an einem gefährlichen Punkt. Nach der offensichtlichen Panik (in DO besonders Anfang 2011 – Ekelhäuser, Menschenhändler, Räuberbanden) hat sich die Lage äußerlich beruhigt, aber wenn ein Konflikt ausbricht wie in Duisburg, dann sehen wir, auf welchem Level von Ressentiment die Mehrheitsgesellschaft einsteigt. Die Bügerini in Duisburg hat relativ unverhohlen mit einem zweiten Rostock-Lichtenhagen gedroht“

23.11.2012 Roma in Dortmund
Die Geschichte und Kultur der Roma und Sinti. Ihre Verfolgung damals und heute. Freitag, 23. November 2012, 18 Uhr im Wichernhaus, Stollenstraße 36

- Ensemble Varna (Weltmusik, Musik der Roma)
- Jovan Nicolic (Lyriker, Dramatiker und Journalist)
- Film: „Der Weg der Wanderhuren von Dortmund nach Stolipinovo“
- Geschichte und Kultur der Roma (Zentralrat der Sinti und Roma)
- Verfolgung und Antiziganismus: Iris Biesewinkel (ROM e.V. Köln)
- Ursachen der Verfolgung: Heinz Drucks (Flüchtlingsrat NRW)
- Verfolgung in Dortmund: Andreas Müller (Geschichtswerkstatt Dortmund)
- Zuwanderung und Mehrheitsgesellschaft: Bastian Pütter (Bodo e.V.)
- Infostände, Speisen und Getränke, Eintritt frei

mehr lesen: offener Brief an die Bürger Ini in Duisburg (7.11.12)
Interview Zentralrat dt. Sinti und Roma (jungle world, 19.07.12)
Die müssen weg, fertig (taz, 13.11.12)

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