Die zweitägige temporäre Zwischennutzung des Museums am Ostwall durch UZDO zum Jahresende, zu der ca. 500 Besucher_innen kamen, sowie die durchweg positive Presse haben uns in unserer Idee und Motivation bestätigt: Für die sub/off/kulturelle Szene ist ein unabhängiges Zentrum/ selbstverwalteter Raum seit Jahrzehnten überfällig, es fehlt überall an Möglichkeiten für künstlerische, politische und andere kulturelle Aktivitäten; für Veranstaltungen, Konzerte, Treffpunkte, Küche für Alle, Werkstätten, Ateliers, Proberäume etc. zu bezahlbaren Bedingungen. Wir werden deshalb auch in Zukunft den gleichgültigen Verwalter/innen der etablierten statischen Kultur vor und auf der Nase herumtanzen – weiterhin in aller Öffentlichkeit.
Die Initiative für ein unabhängiges Zentrum in Dortmund ist gewachsen, breiter vernetzt und auch in der öffentlichen Wahrnehmung positiv angekommen. Allem äußeren Anschein nach gibt es auch innerhalb der städtischen Politik einige Befürworter_innen; die Einschränkungen und Auflagen seitens der Kommunalpolitik im Kulturdezernat rund um unsere geforderte Nutzung des Museums am Ostwall, waren uns dann aber doch zu sehr Verhinderungsstrategie als gewollte Ermöglichung – von Unterstützung mal ganz abgesehen. Und so wissen wir nach wie vor nicht, wozu wir überhaupt Verhandlungen mit den kommunalpolitischen Granden führen. Und bei all den Eindrücken der bereits gelaufenen Verhandlungen und Kontakte drängt sich bei den meisten doch eher der Verdacht einer Hinhaltetaktik auf, in der gute und böse Politiker einander die Bälle zuspielen, um in der Öffentlichkeit doch eine gewisse Beweglichkeit darstellen zu können. (Wenn es anders sein sollte, sind wir die letzten die einen Irrtum nicht zugeben werden…)
Nach wie vor gilt uns das Recht auf Stadt und das Recht auf Leben für alle Menschen die hier leben, als legitime und, noch mehr, als notwendige Forderung, um der wieder in Mode gekommenen vorherrschenden Kultur der gesellschaftlichen Spaltung, der Ausgrenzung und Gewalt gegen Minderheiten eine positive/solidarische Kultur des Zusammenlebens entgegenzusetzen!
Ob nun Nazis Menschen angreifen, oder Nordstadteltern und Hacheneybürger_innen Teil sarrazinischer Rechtsauslage werden, Kinder- und Jugendhilfen zusammengespart werden, das FZW privatisiert wird, das Theater “Stadt ohne Geld” spielen muß, oder Zwangsdienste für Arbeitslose wieder Normalität werden. Es gibt viele Gründe sich zu bewegen, zu engagieren und lokale Mitbestimmung zu fordern – nicht über die Parlamente und durch Wahlen, sondern ganz konkret an Projekten in Initiativen und in und mit der Öffentlichkeit. Je mehr Menschen mit diesem Selbstverständnis und fehlender Zurückhaltung ihr Recht auf ein solidarisches/anderes Leben in dieser Stadt wahrnehmen und sich einmischen, um so mehr kann davon auch Wirklichkeit werden.
>>>Recht auf Stadt – Recht auf Leben – auch ohne Geld!< <<
Zum Jahreswechsel noch ein lustiges, sinniges und kreatives Video aus der Rheinregion/Köln zum selben Thema
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