>>> Kulturhauptstadt Finale – ohne uns

Am 18.12 wird das Dortmunder U bereits zum dritten Mal eröffnet und das Spektakel der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 damit beendet. Was sich 2010 in Dortmund wie gewandelt hat, ist eine zweifelhafte Frage: Für ein Z hat es 2010 nur temporär gereicht. Was bleibt, sind ein U Leuchtturm, leere Worthülsen von kreativer Veränderung und leere Museen wie das am Ostwall (MaO). Die kooperative Co-Nutzung des MaO durch die Initiative ist möglich, aber stadtpolitisch nicht gewollt. Das Kulturbüro echauffiert sich lieber über den Stil der Jugend von heute und die Sauberkeitsstandards ihrer innerstädtischen Lagernutzung in A-Lage. Währenddessen wird die Stadt vom Alltag und Dortmunder Verhältnissen eingeholt und kam es erneut zu brutalen Übergriffen lokaler Neonazis in der Innenstadt.

Neben dem (alten) FZW bietet u.a. die alternative Kneipe, HirschQ, seit vielen Jahren Raum für die Sub/kultur/politszene im Zentrum dieser Stadt. Neben ordnungspolitischen Sanktionen seitens der Stadtverwaltung, die ein angemessenes Betreiben des Lokals erschweren, müssen die Besucher/innen und das Personal mit kontinuierlichen, organisierten Angriffen von Neonazis rechnen – zuletzt am 12.12.2010. FZW Privatisierung, Nazi Übergriffe in der Brückstraße, MaO Spekulation und noch immer kein UZDO: So kann es nicht weitergehen! Das UZDO begrüßt das Engagement des Dortmunder Antifabündnisses (DAB), solidarisiert sich mit der Demo im Kampf gegen rechte Gewalt am 18.12. und unterstützt das DAB in Form von heißen Getränken und Essen im Anschluss an die Demo. Ebenso ruft das UZDO die Stadt Dortmund und ihre Bürger/innen auf, ein Zeichen gegen die rechte Gewalt und neonazistische Aktivitäten zu setzen und sich an der Demo am Samstag zu beteiligen: Für ein anderes Gesicht dieser Stadt!


www.flickr.com/photos/uzdortmund

Während am 18.12 also die Kulturhauptstadt am U abgefeiert wird, kommt es zu einer Antifa Demonstration und einem Trauerspiel am MaO, wo die Künstler/innen ihre Ausstellung abbauen werden – zugunsten von Leere, Tristesse und Immobilienspekulation. Nach der strikt konditionierten Nutzung des MaO am 04./ 05.12 hat die Initiative UZDO beschlossen, sich nicht erneut den städtischen Auflagen zu unterwerfen und diese an ihr Publikum weiterzureichen. In einer Zwangsjacke lässt sich schlecht etwas bewegen. Mit Kreativität hat das nichts zu tun. Mit Wandel sowieso nicht. Für den 18.12 wurde dem UZDO eine Abendveranstaltung verboten und lediglich eine Nachmittagsnutzung mit städtischem Wachpersonal genehmigt. Das ist eine völlig inakzeptable Disziplinierungsmaßnahme und zeigt, wie weit der kreative Wandel der Stadtverwaltung in Dortmund fortgeschritten ist. Die AG kritische Kulturhauptstadt wird letztlich Recht behalten: Ruhr.2010? Metropolenträume in der Provinz!

Von Seiten des Kulturbüros wird uns vorgeworfen, das Gebäude verdreckt und stinkig hinterlassen zu haben. Zudem sind verschlafene Helfer/innen am Montagmorgen als störend empfunden worden, als die Schlüssel übergeben wurden. Ein Treppenwitz, wenn man die Auflage der Stadt bzw. Wachschutzes bedenkt, dass über Nacht Mitglieder/innen der Initiative anwesend sein sollten. Die abwehrende Haltung scheint vielmehr in der Andersartigkeit der Initiative und dem Kontrastprogramm von UZDO zu liegen, das die städtischen Beamten irritiert. Insofern das jedoch so ist, haben wir alles richtig gemacht. Denn das UZDO ist angetreten, einen Unterschied in dieser Stadt zu machen und fordert das Recht auf Andersartigkeit, Teilhabe, Raumaneignung – kurz: das Recht auf Stadt. Wir sind Teil der Stadt und brauchen Raum! Aus UZDO Perspektive hat das Wochenende gezeigt, dass eine Co-Nutzung durch UZDO möglich ist. UZDO ist ein Verbund aus alternativer Kultur, Kunst, Musik und Politik – mehr als 50 Kollektive, Vereine, Individuen unterstützen die Initative und werden weiter irritieren, um diese Stadt zu verändern. Mit großem Interesse haben wir die Äußerungen von OB Sierau notiert, der den kulturellen Wandel weitertreiben und insbesondere die freie Szene fördern will. Nur müssen den Worten auch Taten folgen. Der Raum ist da. Die Leute auch.

Für ein anderes Gesicht dieser Stadt. Recht auf Stadt!
Unangepasstes Zentrum Dortmund // UZDO

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