>>> economy death match

Mittwoch, den 06.10.2010 haben wir die Bühne des Theaters Dortmund gestürmt, um eine Brücke zu schlagen von der Inszenierung des Schauspielhauses hin zum Theater, das sich unser Leben nennt. Im Vorfeld wurde viel um die Echtheit des Ifuk spekuliert (2010lab), aber für uns ist klar, dass es das Ifuk gibt. Es gibt sogar nicht nur ein Ifuk, sondern viele – viel zu viele. Die Stadt ohne Geld ist umso realer. Das Schauspiel führte gegen 21 Uhr nach “Recht auf Stadt – ohne Geld” Sprechchören zur Eroberung der Bühne. Hier wurden Banner angebracht und das Bühnenbild durch einen Schriftzug ergänzt: „Für eine andere Stadt“, stand hier nun. In der 5-minütigen Rede ging es um die Kritik an der Logik von Instituten wie das Ifuk, die das Gemeinwesen der Stadt unnötig weiter herunterwirtschaften und die Vision, die kommunale Wirtschaft einmal tatsächlich ohne Geld zu denken


Hendrik Feldkamp (Ifuk) und UZDO in Bewegung
http://www.flickr.com/photos/uzdortmund

Ganz war das Abendprogramm damit aber noch nicht beendet, denn nachdem die Initiative die Bühne wieder verlassen hatte, kam es zu einer autonomen Aktion Unbekannter auf dem Dach des Schauspielhauses. Der weiße Stern erstrahlte nun in rot. Die Aktion stand weder im Manuskript der Theatermacher, noch der UZDO Initiative, kann aber als eine Art Konsequenz gedeutet werden, für Veränderungen in der Stadt, die aus dem inneren des Theaters nach außen gedrungen sind. Über Methode und Farbe lässt sich letztlich streiten, nicht aber darüber, dass das Theater an diesem Abend bewußt die Brücke hin zur Realität schlagen wollte (und weiß keine Farbe ist)

Alles in allem war es ein gelungener Abend mit vielen unbequemen Wahrheiten Stadt ohne Geld an dem die Grenze des Theaters – zwischen Inszenierung und Realität – denkbar schön verschwamm. Es war sogar Licht sichtbar, ausgestrahlt von Menschen, die sich nicht mit ihrer Statistenrolle abfinden, sich noch nicht vom Konsumrausch der Arbeitsgesellschaft haben vereinnahmen lassen und eine Stadt ohne Geld als Vision denken können.

Ungestümes Zentrum Dortmund // UZDO

WDR Lokalzeit Dortmund TV
WDR 3 Radiobeitrag (4min.)
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6 Antworten auf „>>> economy death match


  1. 1 Karl 08. Oktober 2010 um 15:13 Uhr

    prima war’s.
    Schmunzeln musste ich als erst vorgeschlagen wurde das Theater solle doch unheilige Allianzen eingehen und etwa Schauspieler die Läden in der Thier-Galerie bewerben und andersrum (als „win-win-Situation“) und dann „strümt“ die UZDO Gruppe die Bühne.

    War auf jedenfall ein Win-Win dieser Abend :)

  2. 2 Thomas Nueckel 09. Oktober 2010 um 12:34 Uhr

    War Die Erstürmung der Bühne dem Altmeister des Forumtheaters Augusto Boal geschuldet, so war sie doch nicht konsequent. Ifuk ist fiktiv. Hier ist die Chance von den UZ-Leuten verpasst worden, Verantwortliche beim Namen zu nennen: Die Stadt Dortmund, die Kreativwirtschaft und auch den Dortmunder OB Ulrich Sierau mitsamt seinem Kulturdezernenten Jörg Stüdemann. Mag es der Inszenierung von Kay Voges geschuldet sein? Dann war es gelungen, nämlich als Kritik an der Protestkultur der UZ-Leute. Das Ifuk als Platzhalter zu verstehen reicht nicht aus.

  3. 3 pp 13. Oktober 2010 um 18:39 Uhr

    „da stürmten echte Aktivisten die Bühne, die gerade in Dortmund für ein Unabhängiges Zentrum für die Kreativen kämpfen.“

    http://www.welt.de/print/wams/nrw/article10190589/Szenen-Wechsel-an-der-Ruhr.html

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