Archiv für September 2010

>>> U(Z)-Bahn

Taxi Tom trifft Shakespeare im Untergrund

Da die Gespräche mit der Stadt leider kurzfristig kaum Früchte zu tragen scheinen, wir aber trotzdem immer noch und auch gerade deshalb das Bedürfnis haben, Kunst und Kultur zu leben, gleichwohl nicht im stillen Kämmerlein sondern da wo beides hingehört, in den unkomerziell genutzten, öffentlichen Raum, ging es gestern (24.09.) in den Untergrund.

UZ Dortmund in der U-Bahn from Ruhrcity on Vimeo.

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>>> UZDO Verhandlungen // Update

Seit der Befreiung der Kronenbrauerei sind inzwischen mehr als 4 Wochen vergangen und unsere Frage “Was passiert, wenn was passiert?” steht weiter unbeantwortet im Raum. Wir haben der Verwaltung eine Liste von 10 geeigneten Räumlichkeiten // Wunschimmobilien präsentiert: das verdi-Gewerkschaftshaus, das “Horror- haus” in der Nordstadt, den Soundgarden-Komplex, das Hotel Bender, die Schule an der Lindemann-Straße, die Hafengebäude, die Burgtorgallerie, das Ostwallmuseum, ein Haus in der Weißenburger Straße sowie die Kronenbrauerei. Seitdem ist nichts passiert. Die Verhandlungen bleiben ohne Ergebnis. Gründe dafür sind ungeklärte Eigentumsverhältnisse, wechselhafte Verantwortlichkeiten und ein In/Kompetenzwirrwarr, innerhalb dessen sich VerwaltungsmitarbeiterInnen die nicht allzu schwierige Aufgabe hin und her schieben. Nach 4 Wochen Wartezeit, in der man uns glaubhaft machen wollte, die gesamte Stadtverwaltung sei auf der Suche nach UZDO_geeigneten Gebäuden, stellt sich heraus, dass sich bis jetzt noch niemand mit der Erstellung der versprochenen Liste städtischer Immobilien beschäftigt hat. Gerade mal ein neuer Ansprechpartner, Herr Staschik vom Liegenschaftsamt, ist dabei herausgekommen. Stattdessen haben wir Stüdemann’s Brief an die CDU zur Kenntnis genommen (ruhrbarone), in dem er eröffnet, die Nutzung von leerstehenden Gebäuden aus “liegenschaftlicher Sicht” nicht empfehlen zu können (mehr…)

>>> UZDO support party im FZW

Nach diesem verdrehten Wochenende… sagen wir DANKE an all diejenigen, die den couragierten Protest auf die Straße getragen und sich für ein friedliches und multikulturelles Dortmund eingesetzt haben. Zu einer weltoffenen Stadt gehören kulturelle Freiräume. Wir wollen Raum für alle Menschen, Gruppen und Initiativen mit geringen finanziellen Mitteln, die durch Eigenengagement kulturelle, soziale und politische Aktivitäten machen und Angebote schaffen. Das UZDO wird unabhängig von wirtschaftlichen und stadtpolitischen Zwängen sein. Wir wollen Proberäume, Ateliers, Plenarsäle, Werkstätten, Volx-Küchen, Gärten, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, Büros, Studios, Probebühnen…

Text?Der 12.09. ist FÜR ALLE eine gute Gelegenheit, die aktuell laufenden Planungen und Aktionen für EIN gemeinsames UZDO in ungezwungener Atmossphäre zu kommunizieren – auch gerne kritisch – und gemeinsame Schwingungen, Spannungen und Schnittmengen herauszufinden.

>>> WIR LADEN ALLE EIN, DIE UNS UNTERSTÜTZEN UND UNS KENNEN- LERNEN WOLLEN! < <<

Während wir uns einerseits freuen, das FZW als Location gewinnen zu können, ist die Rolle des FZW mehr als prekär und geht es uns nicht um Glück oder Gewinn für eine Nacht. Wir wissen um die Ratsentscheidung am 30.09. und werden fortan auch für ein FZW in Selbstverwaltung (e.V. oder gGmbH), getragen durch die Macherinnen und
Macher, eintreten. Das unternehmer- ische Kalkül ist denkbar einfach: das U-Gelände wird mit viel Geld baulich aufgewertet und schon jetzt lassen sich hier ganz andere Preise erzielen. Dem setzen wir unseren Anspruch auf Zentralität in dieser Stadt entgegen. Wer Kreativität will, muss sie ohne Wirtschaft denken! Lasst uns unser RECHT AUF STADT feiern!

>>>20h KAPUT KRAUTS
>>>19h FAVORIT PARKER
>>>18h MIKROKOSMOS 23
>>>17h JO SNYDER

>>> next generation

Radiobeitrag:
D-Radio Kultur – next generation

Hier dokumentieren wir einen interessanten Beitrag aus dem Länderreport des D-Radio Kultur vom 06.09.2010. Es geht um spekulativen Leerstand, alternative Kultur und soziale Bewegungen in der Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Besonders im Fokus ist dabei die Initiative um das UZDO (ab 6:20min). Hier zeigt sich Dortmunds Kultur- und Finanzdezernent Jörg Stüdemann einmal mehr sehr kooperativ, thematisiert den Leerstand und sagt: “wenn jetzt Akteure da sind, die sagen, wir wollen Kunst, Kultur und politische Artikulation und brauchen Räume, dann ist das erstens in der Beschreibung richtig und zweitens unterstützenswert … Dort, wo es sich um privates Immobilieneigentum handelt, können wir Gespräche moderieren oder begleiten. Auf der anderen Seite leuchten wir unser eigenes Liegenschaftsgeschäft auch ab, also die Gebäude und Gelände, die zu uns gehören”

Er geht sogar noch weiter und sagt, was wir kaum hätten besser formulieren können: “Was nicht funktionieren wird, ist dass sich eine Kaste der 50, 60, 70jährigen hinsetzt und den Anfang-, Mitte-20Jährigen erklärt, wie sie Nachhaltigkeit zu interpretieren haben. Das wird dann tragischkomisch.”

Na dann… Kommt alle und genießt den Vorgeschmack auf das UZDO am Sonntag im FZW!

>>> ein verdrehtes Wochenende

Während die UZDO Gespräche mit der Stadt Zeit in Anspruch nehmen, wir ständig neue emails für Raumbedarf und Solidarität bekommen (DANKE, das motiviert ungemein), steigt die Anspannung und überschattet der jetzt anstehende Antikriegstag das kommende Wochenende. Es ist wieder soweit, es ist September und steht die Interpretation des 1. September für das verdrehte Weltbild Autonomer Nationalisten in Dortmund. „Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges“ (S4).

Schreiuz

Insgesamt finden Freitag und Samstag bis zu 40 Gegen/veranstaltungen u.a. an der Steinwache, Henßler Haus, Westpark und das Friedensfest der Stadt in Dorstfeld statt (mehr infos dortmund-initiativ.de). Zeitgleich sind zwei Antifademonstrationen des S4 Bündnisses und dortmund-stellt-sich-quer geplant, deren Genehmigung durch die Polizei jedoch ungewiss ist. Ob am Hbf oder auf dem Wilhelmplatz, im Osten, Westen, Süden oder Nordstadt: Seid kreativ! Wir sehen uns auf der Straße. Kein Recht auf Stadt für Nazis!