Hier folgt nun die zweite Pressemitteilung der Initiative UZDO zum Stand der Dinge und download. Wenn Ihr, Eure Gruppe, Verein, Kollektiv die Argumentation unterstützen möchtet, schreibt uns eine email und solidarisiert Euch! Der Text hier:
An die demokratische Öffentlichkeit dieser Stadt,
nachdem sich Freitag, der 13te für die Belebung von Leerstand in Dortmund als unerfolgreich herausstellte, möchten wir die Kriminalisierung der UZDO Initiative deutlich zurückweisen und klarmachen: nicht wir, sondern Leerstand ist kriminell.Der grosse Patzer an diesem Tag war sicherlich, keinen Rechtsbeistand dabei gehabt zu haben, denn dieser hätte auf den schriftlichen Räumungstitel bestehen können und so den formal unrechtmäßigen Einsatz der Polizei vorerst aussetzen können. Das Haus stand mehr als 8 Jahre leer, war nicht gesichert und die Tür stand sperrangelweit offen. Es ist töricht, diese Situation mit dem Hausfriedensbruch von bewohnten Häusern und Mittelklassehaushalten gleich zu setzen. Das Verhalten der Polizei war vorschnell, eigenmotiviert und überzogen, wie sie das kulturelle Leben und urbane Eigeninitiativen von Menschen – zugunsten von Still- und Leerstand – in der Kulturhauptstadt Ruhr unterbindet.
Wir sind gerne verhandlungsbereit und freuen uns auf die Gespräche mit dem Eigentümer, Herrn Hovermann, und Vertretern der Stadtpolitik, Herrn Stüdemann. Wir haben die Kronenbrauerei in nur wenigen Stunden mit einer Ausstellung aufgewertet, nicht abgewertet. Anstelle eines potentiellen Gentrifizierungsvorwurfs sehen wir uns nun mit einer potentiellen Strafverfolgung konfrontiert. Wir fordern eine öffentliche Debatte von Raumnutzungskonflikten und dass es zu keiner Anzeige kommt! Was passiert jetzt an der Kronenbrauerei? Wofür wurden wir geräumt?
Unsere Frage „Was passiert, wenn nichts passiert?“ steht also weiterhin im Raum und sucht nach einer befriedigenden Lösung. Der Raumbedarf an Proberäumen, Ateliers, Werkstätten, Treffpunkten für Diskussion und emanzipatorische Politik im Zentrum der Stadt ist riesig. Das Theater Lebendich (http://www.theaterlebendich.de/) braucht spätestens zum 1. Oktober neue Räume und andere Mitglieder der Initiative sind (bei gegebenem Leerstand) noch ungeduldiger. Unser Hauptargument bleibt weiterhin: Es gibt großen Raumbedarf für alternative Kultur + Politik, Raum ist genug da und Leerstand ist keine Alternative!
Plan B ist vorerst die Kapellenwiese, die durch den Labsa e.V. (http://labsa.de/) genutzt wird, und die der Initiative als Basis für Veranstaltungen dienen wird. Bemerkenswert ist aber auch an dieser Stelle, dass die Verhandlungen zur Nutzung (Pachtvertrag) dieser Freifläche zwei Jahre gedauert hat. Das ist eine unzumutbare Situation für die kreative Nutzung von Raum: so lange wird diese Initiative nicht warten!
Für den Status Quo stellen wir fest, dass die Initiative viel Zuspruch seitens der Öffentlichkeit und Presse erhalten hat (http://uzdortmund.blogsport.de/medien/) und sehen uns in unserem Anliegen durch zahlreiche Solidarisierungen bestätigt. Die nun obdachlose UZDO Aktionswoche „Wandel durch Kultur – Recht auf Stadt“ geht weiter und thematisiert fortan den öffentlichen Raum sowie Leerstand mit Bildern, Musik, Transparenten und öffentlichen Theaterproben. Sie gipfelt in dem zweiten Wochenende 20./21. August, wo wir einmal mehr unsere Bühne auf den Kapellenwiesen finden.
Zu Verhandlungen über die Zukunft tatsächlich partizipativer Stadtentwicklung und alternativer Raumnutzungskonzepte sind wir gerne bereit und stehen über das „Büro für Möglichkeitsräume“ (http://bfm.cc/) für Gespräche mit Herrn Stüdemann, Herrn Hovermann, der Wirtschaftsförderung Dortmund etc. zur Verfügung, drängen aber auf eine unbürokratische, schnelle und zivile Lösung. Raum ist genug da. Wir auch!
Leerstand ist Stillstand und Stillstand keine Alternative!
Wandel durch Kultur, Recht auf Stadt!Mit freundlichen Grüßen,
Die Initiative UZDOemail to: uzdortmund (ät) riseup.net
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